SolderBonds – Mehr Lötvolumen für stabile und zuverlässige Lötverbindungen

In modernen SMT-Prozessen wird das verfügbare Lötvolumen zunehmend durch feine Pitch-Abstände, reduzierte Schablonendicken und hohe Packungsdichten begrenzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an thermomechanische Stabilität, Drop-Test-Performance und Langzeitzuverlässigkeit.

SolderBonds Löt-Preforms ermöglichen eine definierte und reproduzierbare Erhöhung des Lötvolumens, ohne das bestehende Reflow-Profil oder die Druckparameter anzupassen.

Funktionsprinzip der SolderBonds Löt-Preforms

SolderBonds sind präzise gefertigte Löt-Preforms aus einer definierten Legierung. Sie sind rechteckig oder scheibenförmig ausgeführt und enthalten kein eigenes Flussmittel.

Die Platzierung erfolgt mit Standard-Pick-and-Place-Systemen direkt auf das zuvor gedruckte Lotpastendepot. Entscheidend ist, dass Preform und Paste dieselbe Legierung verwenden. Dadurch schmelzen beide Materialien synchron im Reflow-Prozess.

Das in der Lötpaste enthaltene Flussmittel übernimmt die Aktivierung der Metalloberflächen. Zusätzliche Prozessschritte oder Profilanpassungen sind deshalb nicht erforderlich.

Einfluss auf Lötvolumen und Standoff-Höhe

Das durch die Schablone definierte Pastenvolumen ist häufig der limitierende Faktor für die resultierende Lötmenge. Besonders bei:

  • Bottom-Termination-Components (BTC)
  • QFN- und DFN-Bauteilen
  • Leistungskomponenten mit thermischem Pad
  • feinen Strukturen ≤ 0,3 mm Pitch

führt begrenztes Volumen zu reduzierter Standoff-Höhe und erhöhter mechanischer Beanspruchung.

Durch die zusätzliche Metallmasse der SolderBonds steigt:

  • das effektive Lötvolumen
  • die resultierende Standoff-Höhe
  • die Querschnittsfläche der Lötverbindung

Dadurch werden Spannungen, die durch CTE-Mismatch oder mechanische Belastung entstehen, besser verteilt.

Auswirkungen auf Zuverlässigkeit und Drop-Test-Performance

Eine erhöhte Standoff-Höhe reduziert die Scherspannung im Lot bei thermischen Zyklen. Gleichzeitig verbessert eine größere Lötquerschnittsfläche die mechanische Energieaufnahme bei Stoßbelastung.

Das führt typischerweise zu:

  • verbesserten Drop-Test-Ergebnissen
  • erhöhter Zyklenfestigkeit bei Temperaturwechsel
  • reduzierter Rissinitiierung im Lot
  • stabileren IPC-konformen Lötstellen

Insbesondere bei mobilen Anwendungen, Automotive-Baugruppen oder Industrieelektronik mit Vibrationseinfluss bietet das zusätzliche Lötvolumen deutliche Vorteile.

Prozessintegration in bestehende SMT-Linien

SolderBonds Löt-Preforms werden in Tape-&-Reel-Verpackung geliefert und können mit Standard-Bestückungsautomaten verarbeitet werden. Dadurch bleibt der SMT-Prozess grundsätzlich unverändert:

  1. Lotpastendruck
  2. Platzierung der Preform
  3. Bauteilbestückung
  4. Reflow-Löten

Da keine zusätzliche Flussmittelquelle eingebracht wird, erhöht sich die Rückstandsmenge nicht. Gleichzeitig entfällt der Bedarf an alternativen Verfahren wie Wellen- oder Selektivlöten zur Volumenerhöhung.

Im Vergleich zu Step-Stencils oder dickerer Schablone bietet die lokale Volumenerhöhung eine deutlich präzisere Kontrolle über das Lotvolumen an einzelnen Pads.

Verfügbare Legierungen und thermische Kompatibilität

SolderBonds sind in gängigen Legierungen erhältlich, beispielsweise:

  • SAC305
  • SAC387
  • Sn63
  • Sn62
  • BiSn

Durch die identische Legierungswahl zwischen Paste und Preform bleibt das thermische Prozessfenster stabil. Intermetallische Phasenbildung, Schmelzbereich und Benetzungsverhalten entsprechen dem Standardprozess.

Technisches Fazit

SolderBonds Löt-Preforms stellen eine prozesssichere Methode zur gezielten Erhöhung des Lötvolumens dar. Sie verbessern die mechanische Robustheit, erhöhen die Standoff-Höhe und steigern die thermomechanische Zuverlässigkeit.

Gleichzeitig bleibt die bestehende SMT-Prozesskette unverändert. Dadurch eignen sich SolderBonds insbesondere für Anwendungen mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen, feinen Strukturen oder mechanisch stark beanspruchten Baugruppen.